Dienstag, 30. August 2011

Ein unvergesslicher Abend im Prater zu Wien

Am 24.08.2011 war es nach fast 10 Jahren soweit. Meine kleine Kati bekam einen Heiratsantrag. Ich muss zugeben, dass ich diesen schon lange geplant hatte. Zudem war für mich schon vor langer Zeit klar, dass ich die entscheidende Frage in Wien stellen werde.  Das hat mehrere Gründe.

Meine zukünftige Ehefrau hat die ersten sieben Jahre ihres Lebens 70 km entfernt von Wien gelebt und ich fahre seit 1983 (da war ich drei Jahre alt) regelmäßig nach Wien. Wien ist meine absolute Lieblingsstadt und ich habe einen ganz besonderen Bezug zu dieser. Dank meines Vaters durfte ich schon viele Städte dieser Welt bereisen, doch für mich nichts kommt an Wien ran. Ich kann jedem empfehlen, diese Stadt zu besuchen und bleibende Eindrücke zu sammeln. Es lohnt sich!

Mit meinem kleinen Engel fahre ich seit 2002 regelmäßig nach Wien. Meistens waren es nur Tagesausflüge, aber wir haben schon viele schöne Dinge zusammen in der Stadt unserer Liebe erlebt und waren sehr oft dort.
Ich äußerte schon länger den Wunsch, dass wir einmal mehrere Nächte dort bleiben, um die Stadt näher zu erkunden. Kati kannte viele Orte im schönen Wien noch nicht und ich wollte ihr diese unbedingt näherbringen.  Anfang Mai war dann klar, dass wir im August drei Nächte in Wien übernachten werden. Ich freute mich sehr. Zum einen war klar, dass ich meine Lieblingsstadt wiedersehen darf und zum anderen reifte der endgültige Entschluss in mir, meiner geliebten Freundin dort endlich den Antrag zu machen.

Aber wie und wo macht man seiner zukünftigen Frau einen Antrag? Lässt man es spontan geschehen, oder plant man gewisse Dinge vorher? Berichtet man vielen Leuten davon, niemandem, oder nur einem auserwähltem Kreis? Diese Fragen habe ich mir schon vor vielen Monaten gestellt. Spontane Dinge mag ich, aber ich plane Dinge auch gerne rechtzeitig. Wenn es zu viele wissen, kann sich jemand verplappern und die Überraschung ist dahin. Daher wussten auch nur zwei sehr enge Freunde (Daniel und Daniel) im Vorfeld bescheid.
Gut, diese Dinge habe ich mit mir geklärt, aber welchen Ort wähle ich? Wien kenne ich wie meine Westentasche, aber ein Antrag soll schon einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Ich habe mich letztlich für das Wiener Riesenrad entschieden. Gleichzeitig war es selbstverständlich, dass ich den Antrag in angemessener Atmosphäre und ohne "Gaffer" stelle. So schrieb ich im Juni 2011 eine Mail an die Betreiber des Riesenrads und erläuterte mein Vorhaben mit dem Wunsch, eine eigene Gondel mit dem Vorhaben angemessener Musik zu ergattern. Man schrieb innerhalb 30 Minten zurück und gab mir die Preise für diese Reservierung durch. Es sei kein Problem, man habe diese Wünsche schon häufiger realisieren können. Der Schriftverkehr wurde intensiver und nach ein paar Tagen war der Termin gebucht. Es sollte bei Sonnenuntergang geschehen. Dank www.wetter.de waren die Sonnenuntergangszeiten für Wien auch ohne wissenschaftliche Nachforschungen feststellbar und schnell ermittelt. Ort und Zeit standen also Ende Juni fest.

Die schwerste Zeit waren für mich die knapp 8 Wochen zwischen Buchung und Antrag. Wenn man so lange im Vorfeld weiß, wann etwas geschehen wird, baut sich eine unheimliche Spannung auf. Ca. 1 Woche vor dem Antrag wurde ich sehr nervös und hatte Angst, dass die von mir geplanten Dinge nicht gut ankommen oder es technische Probleme etc. gibt. Man macht sich dann schon viele Gedanken.

Am 22.08. fuhren wir (endlich) nach Wien. Ich wusste, dass es in 2 Tagen geschehen wird und ich dann die entscheidende Frage stellen werde. Am 22. und 23. konnte ich den Urlaub nicht komplett genießen. Da war ich (warum auch immer) ziemlich nervös. Aber am 24. lief es super. Ich war gut gelaunt und froh, dass der große Tag endlich gekommen ist. Den Tagesablauf hat Kati schon in einem ihrer Posts beschrieben, so dass ich darauf nicht mehr eingehen möchte und nur noch den eigentlichen Antrag aus meiner Sicht schildern möchte.

Um exakt 19:51 Uhr betraten wir das Riesenrad. Kati entdeckte natürlich zuallererst den Sekt und meinte: "Oh, toll, es gibt Sekt. Ich trinke schon mal was." Ich dachte mir: "Mach Du nur, wenn ich jetzt sage, dass Du warten sollst, bis wir oben sind, weißt Du eh bescheid. Also sage ich nix dazu."
Das Riesenrad setzte sich in Bewegung. Ich ging zu den Boxen und drehte sie etwas lauter auf. Wie abgesprochen wurde Mozart gespielt. Die Betreiber hatten mir bis dahin alle Wünsche erfüllt. Jetzt musste nur noch der Rest klappen. Nervös war ich nicht mehr, sondern einfach nur glücklich, dass wir an diesem Ort sein durften. Nach ca. 8 Minuten waren wir fast am höchsten Punkt angekommen. Meine Zeit war gekommen. Ich nahm meine kleine Kati in den Arm und begann mit ihr zu sprechen. Den Rest hat sie schon wunderbar beschrieben.

Die zweite Runde Riesenrad wurde genutzt, um die engsten Familienmitglieder zu informieren. Da war der Sekt übrigens schon lange leer. Nach 30 Minuten war des Spektakel zu Ende und wir stiegen glücklich aus. Die engsten Freunde wurden informiert und der restliche Abend wurde genossen.

Es war ein toller Moment!