Montag, 19. September 2011

Can`t put you out of my hand


Heute will ich Euch ein wahnsinnig spannendes Buch empfehlen. Ich bin ja normalerweise jemand, der lieber Bücher liest, deren Hauptfigur eine Frau ist. Nun gut, ich wollte mal ein anderes Genre außer Romantik und Historik versuchen und was soll ich sagen? Ich wurde nicht enttäuscht.

Der Vogelmann ist ein Buch, das mich so in seinen Bann gezogen hat, obwohl die Hauptperson ein Kommissar ist, ein männlicher ;o)

Buchbeschreibung:

Ohne zu übertreiben kann man Mo Hayders ersten Kriminalroman für das deutsche Publikum als eine der aufregendsten und interessantesten Neuerscheinungen des ersten Halbjahrs bezeichnen. Figuren und Plot fesseln auf ungewöhnliche Weise und die Schilderung grauenvoller Verbrechen selbst in ihrer ungeschminktesten Form präsentiert sich nie als Selbstzweck und wirkt nie reißerisch, sondern scheint vielmehr einem hintergründigeren Ziel zu dienen. Worum geht es also? Um einen Frauenmörder, der seinen grausam zugerichteten Opfern kleine Vögel in die Brust implantiert, um auch nach deren Tod sich für kurze Zeit an der Illusion eines schlagenden Herzens zu weiden. Serienkiller also, wird mancher Leser denken und gelangweilt abwinken. Aber Mo Hayder arbeitet ein scheinbar bereits zerschriebenes Thema aus, als sei erst wenig dazu gesagt worden. Das mag zum großen Teil an den Hauptfiguren des Romans liegen. Inspektor Jack Caffery, der die Ermittlungen übernimmt, ist auch nach langen Jahren noch immer durch den mysteriösen Tod seines kleinen Bruders psychisch stark belastet. Seine Beziehung zerbricht, während er sich um die Aufklärung der Mordfälle bemüht. Seine Kollegen sind mehr als nur Staffage: Sie sind fein ausgearbeitete Charaktere, die man im Laufe der Geschichte kennen zu lernen glaubt. Der Täter wird mit all seinen Defekten beschrieben, nicht verurteilt -- man glaubt ihn zu kennen. Das Schicksal der Freundinnen Becky und Joni, die den Täter kennen, ohne es zu wissen und in höchster Gefahr schweben, zieht in seinen Bann. Wir sehen keine Helden, sondern Menschen mit Defekten physischer und psychischer Art, die alle auf ihre Art den Kampf um ihr Leben aufgenommen haben.


Ein Kunstgriff Hitchcock'scher Prägung verleiht dem Plot einen weiteren Reiz. Lange wähnt sich der Leser mit den Ermittlern auf der sicheren Seite, bis allen Beteiligten mit Entsetzen bewusst wird, dass man auf das falsche Pferd gesetzt hat. Ein unglaublicher Showdown bietet den spektakulären Höhepunkt eines Buches, das mit einer subtilen Stimmung permanenten Unbehagens an den Nerven zerrt. Große englische Kriminalliteratur!




Direkt nach diesem Buch war ich süchtig. Süchtig nach Mo Hayder und habe direkt mit "Die Behandlung" weiter gemacht. Nicht nur ihr Schreibstil gefällt mir unheimlich gut. Mir gefällt der Charakter des Kommissars Caffery, sein Schicksal und auch seine Vergangenheit ziehen einen mit in den Bann.

 Buchbeschreibung:

Nichts für schwache Nerven! Das grausame Verbrechen an einer dreiköpfigen Londoner Familie ist Ausgangspunkt in Mo Hayders neuem fesselnden Thriller Die Behandlung. Die Umstände der Tat konfrontieren Detective Inspector Jack Caffery erneut mit einem furchtbaren Ereignis seiner Jugendzeit.
Ein offenkundig psychisch gestörter Täter bringt die Familie Peach in deren Wohnung in seine Gewalt, macht die Eheleute Carmel und Alek unschädlich und missbraucht den achtjährigen Sohn Rory drei Tage lang, den er schließlich auch noch verschleppt. Pädophilie ist das Reizwort für Inspektor Jack Caffery. Wie schon in Hayders Debütroman Der Vogelmann hat der Polizist das spurlose Verschwinden seines Bruders Ewan vor vielen Jahren noch immer nicht verarbeitet, an dem er sich selbst die Schuld gibt. Ewan wurde vermutlich Opfer des in der Nachbarschaft wohnenden pädophilen Ivan Penderecki, dem allerdings bisher nichts nachgewiesen werden konnte. Wider besseres Wissen, denn seine persönliche Betroffenheit macht ihn zum ungeeigneten Ermittler, gibt Caffery den Fall nicht an einen Kollegen weiter. Ihm dämmert, dass der Täter wahrscheinlich bereits auf der Suche nach neuen geeigneten Opfern ist. Schließlich wird Caffery die eigene Besessenheit um ein Haar zum Verhängnis, sucht er doch in erster Linie nach einem Schuldigen für den Verlust des Bruders.
Über den spannenden Plot hinaus -- der Leser weiß am besten, wie sehr der Polizei die Zeit davon läuft -- gewinnt der Thriller seinen besonderen Reiz aus der Konstellation von Täter und Ermittler. Bei beiden handelt es sich um psychisch schwer gestörte Persönlichkeiten, beide glauben, selbsttherapeutisch zu handeln, ihre Beweggründe sind durchaus vergleichbar. Auf ein ungetrübt gutes Ende deutet dies alles sicher nicht hin. Man darf gespannt sein, ob und wie Mo Hayder die Hauptfigur von ihren Obsessionen zu heilen vermag, denn ein psychisch angeschlagener Ermittler dürfte auf Dauer nicht für seinen Job als Polizist und Serienheld taugen. --Ulrich Deurer





Beide Rezensionen von amazon.